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GAPP - Geoarchäologisches Projekt Phlious


Projektstart: 03/1998
Projektende: 12/2002
Geldgeber: BMBF

Projektmitarbeiter:

Projektbeschreibung:

Das geoarchäologische Projekt Phlious (GAPP) ist ein durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziertes, interdisziplinäres Projekt, an dem Geowissenschaftler und Physiker beteiligt sind. Das Ziel des Projekts besteht in der Untersuchung der Umwelt und der Kulturgeschichte sowie ihres jeweiligen Wandels in einem mediterranen Raum.
Im Untersuchungsgebiet selbst deuten archäologische Funde darauf hin, dass das Gebiet bereits in der frühen Bronzezeit durch eine Kultur besiedelt war, die sich durch eine komplexe Verwaltung auszeichnete. Diese Beeinflussung eines natürlichen Systems durch den Menschen hatte Auswirkungen auf die Landschaft.
Der geowissenschaftliche Teilaspekt des Projekts befasst sich mit diesem menschlichen Einfluss und seinen Beziehungen zu Landschaftsveränderungen im Holozän. Die Veränderungen der Landschaft werden von Sedimenten, dem Beweis für Erosion, dokumentiert, die im Becken des Untersuchungsgebietes akkumuliert wurden. Stratigraphische Untersuchungen sowie ihre Quantifizierung und Datierung bilden die Grundlage für die Rekonstruktion des Erosionsverlaufes, der sich auszeichnet durch Perioden mit hohen und Phasen mit niedrigen Sedimentations- bzw. Erosionsraten, die ihrerseits wiederum mit menschlichen Aktivitäten korreliert werden können.
Die Datierung der Sedimente erfolgt mittels Optisch Stimulierten Lumineszenz (OSL). Für die Ermittlung der Äquivalenzdosis wird unter Anwendung des SAR-Protokolls die Grobkornfraktion von 90-200 m herangezogen.
Für die stratigraphischen Untersuchungen und zum Zwecke der Entnahme von Sedimentproben für die OSL-Datierung wurden insgesamt 19 Bohrlöcher und 11 Gruben innerhalb des Beckens von Phlious sowie in den angrenzenden Hügeln erbohrt bzw. aufgegraben, wobei Tiefen von 15 m erreicht wurden. Auch geophysikalische Methoden kamen zum Einsatz.
Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass die Hügel selbst keine Böden aufweisen. Sie wurden vielmehr durch Bodenerosion abgetragen und in den Fußbereichen der Hügel als mächtige kolluviale Sedimente abgelagert. Die ermittelten OSL-Alter dieser Kolluvien deuten darauf hin, dass die Bodenerosionsrate schon am Beginn des Neolithikums schnell anstieg und zeitlichen Schwankungen unterworfen war.

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